Ist der Winter vorüber, kann sich auf Rasenflächen ein Pilz ausbreiten, der hierzulande als „Schneeschimmel“ bekannt ist. Sein wissenschaftlicher Name lautet Michrodochium nivale. Der Pilz entsteht nur in einem bestimmten Mikroklima, dem häufig ein nasser, aber schneearmer Winter vorausgeht.

 

Wie alle Pilze verbreitet sich Schneeschimmel über Sporen, die sich praktisch überall anhaften können. Die Übertragung von einem kranken auf einen gesunden Rasen kann z.B. über Schuhsohlen, Autoreifen oder schlicht durch Wind geschehen. Betroffen sind grundsätzlich alle Grassorten, aber vorwiegend das Einjährige Rispengras, das sich in den letzten Jahren stark verbreitet.

 

Sichtbar wird Schneeschimmel meist nicht im Frühjahr, sondern eher im Spätsommer: Kleine runde Flecken im Rasen entstehen, in denen die Gräser langsam verkümmern. Begleiterscheinung sind graue, wässrige, mikroskopisch kleine Pilzgeflechte. Als unbedarfter Garten- und Grundstücksbesitzer reagiert man auf dieses Phänomen mit dem Rasenmäher: die kaputten Stellen werden kurz gemäht. Aber richtig erholen kann sich der Rasen dadurch nicht.

 

Auf öffentlichen Anlagen setzen kommunale Dienste heutzutage meist auf Neuaussaat: Die betroffenen Areale werden mit kleinen Bohrungen versehen, in die neuer Samen, Dünger und Sand eingefüllt werden. So will man den kranken durch gesunden Rasen ersetzen. Auf einigen britischen und schwedischen Golfplätzen wurden Erdbakterien zur Bekämpfung des Pilzes eingesetzt. Sie tragen momentan noch die Bezeichnung „ME700“ und müssen in weiteren Feldversuchen getestet werden. Als chemisches Mittel gegen Schneeschimmel wird derzeit Amistar von Staehler eingesetzt. Allerdings sind Rasenexperten der Ansicht, dass es in erster Linie für Getreidepflanzen und Obstgehölze entwickelt wurde und daher nicht bei den üblichen Grassorten für Nutz- und Zierrasen anschlägt.

 

Garten Tipps und Infos:  Am erfolgreichsten ist bislang die vorbeugende Bekämpfung: Nach der Schneeschmelze wird der Rasen so gepflegt, dass sich der Pilz nicht ausbreiten kann. Dazu muss die Rasenoberfläche trocken gehalten, jeglicher Rasenfilz beseitigt und eine kaliumreiche Düngung mit wenig Stickstoffanteilen ausgebracht werden.