Zurzeit haben wir in Wien High-Noon im Bereich der Einbruchskriminalität. Immer wieder werde ich zu Einbrüchen gerufen und bin mit dem unsagbarem Leid der Opfer konfrontiert. Zuletzt musste ich rund zwei Stunden auf die Kriminalpolizei warten, die Beamten sagten, Zitat: „Wir kommen mit den Tatortarbeiten nicht mehr nach, wir laufen den Tätern hinterher“. Es zeigt sich immer wieder, dass die Bevölkerung mit dem Thema „Einbruch“ viel zu sorglos umgeht.

 

 

Hier spielen verschieden Faktoren eine Rolle:

 

  • das Florianiprinzip
  • mangelhafte Sicherungsmaßnahmen
  • Verhaltensfehler
  • die Insel der Seligen

 

Das Florianiprinzip

 

Von vielen Betroffenen hören wir immer wieder Aussagen wie: „bei mir gibt es ja eh nichts zu holen“ oder „warum haben die bei mir und nicht beim Nachbarn eingebrochen, der Nachbar ist viel besser gestellt als ich bei dem hätte es sich mehr gelohnt“!
Einbrecher machen heute keinerlei Unterschiede bei der Auswahl ihrer Objekte. Sie wissen, egal wo sie einbrechen sie werden immer Beute machen. Die Mehrzahl der Täter kommen aus Ländern wo das monatliche Familieneinkommen bei rund € 100,- bis € 150,- liegt. Der Aufwand eine Eingangstür aufzubrechen ist in vielen Fällen minimal und der Vorgang des „Öffnens“ der Eingangstür dauert in der Regeln 1-2 Minuten. Die Täter wissen, dass auch in der verkommensten
ASSI-Wohnung meist ein Vielfaches dessen zu stehlen ist, was in den Heimatländern der Monatslohn aus macht. Deshalb werden von den Tätern keine Unterschiede mehr gemacht. Für sie ist Österreich ein prall gefüllter Warenkorb aus dem sie sich nach Herzenslust bedienen.
Für den Fall, dass wirklich einmal einer erwischt wird, wissen die Täter, dass mit keinen drakonischen Strafen zu rechnen ist. Ersttäter erhalten 6 Monate bedingt und werden abgeschoben. Im Heimatland werden neue Reisepapiere besorgt und der Täter ist nach ca. 14 Tagen wieder in Österreich (Wien) um neuerlich Einbrüche zu verüben.

 

Mangelhafte Sicherungsmaßnahmen

 

Viele Bürger sind im Glauben alles für ihre Sicherheit und zum Schutz ihres Eigentums getan zu haben. Sie fallen aus allen Wolken wenn wir oder die Polizei ihnen mitteilen, dass der Einbruch leicht, durch bessere Sicherungsmaßnahmen, zu vermeiden gewesen wäre.
Täter suchen sich immer jene Objekte die besonders leicht und einfach zu „knacken“ sind. Schlösser die bereits durch Generationen vererbt wurden bieten keinerlei Schutz und müssen unverzüglich ausgetauscht werden. Jedoch nicht nach
einem Einbruch, denn dann wird immer „aufgerüstet“, sondern bereits  jetzt.
Was ist zu tun? Erneuern Sie die Schlösser die zu Ihren Räumlichkeiten führen, verbessern Sie die mechanische Sicherung. Besser heute als morgen!

 


 

Verhaltensfehler

 

Von vielen der Betroffenen Opfer hören wir, Zitat: „ich war ja nur kurz mal Einkaufen, keine 20 Minuten war ich weg“ und dennoch wurde eingebrochen. Viele Täter beobachten ihre Opfer über einen längeren Zeitraum oder werden durch sogenannte „Spione“ informiert.
Halten Sie deshalb Augen und Ohren offen. Registrieren Sie auch die kleinste Veränderung in Ihrem Umfeld. Täter sind keine Geister. Sie verbergen sich meist im Umfeld, wie parkende Autos etc. Besprechen Sie Auffälligkeiten  mit ihren Nachbarn. Notieren Sie sich Kennzeichen von Fahrzeugen, die offensichtlich nicht in ihre Gegend passen.
WICHTIG! Schreiben Sie auch die Landeskennung (PL), (H), (SK), etc. auf, da eine Kennzeichen-Kombination meist in vielen Ländern verwendet wird und Ermittlungen der Polizei spätestens dann  im Sand verlaufen. Melden Sie jeden Vorfall, jede Beobachtung der Exekutive.
Wenn an Ihrem Objekt geheimnisvolle Zeichen angebracht wurden – zeichnen Sie diese auf ein Blatt Papier das Sie der Polizei übergeben und machen Sie die Zeichnen unkenntlich!

 

Die Insel der Seligen


 

Viele sind noch immer dem Glauben verhaftet das ihnen nichts geschehen kann. Dass sie seit zig Jahren hier Leben und nie etwas geschehen ist . Diese und ähnliche Gedanken rühren aus der Zeit des Eisernen-Vorhangs. Auch zu dieser Zeit wurden Einbrüche verübt, aber bei weitem nicht in diesem Ausmaß wie heute. Zum anderen hat sich das Täterbild verändert. Die heutigen Täter nehmen stets das volle Risiko, sodass auch dann eingebrochen wird, wenn Personen anwesend sind.
Weitere, sehr ausführliche Informationen zum Thema Einbruchsprävention finden Sie auf: http://www.vari-alarm.at/index.php/praevention