Zu den wichtigsten Fähigkeiten eines erfolgreichen eSportlers gehören jene, die das Spielgeschehen fordert. Liest sich einleuchtend, ist aber etwas komplexer als man animmt.

 

 

Kurz zur Erläuterung:

 

1. Präzision
Präzision ist die Genauigkeit, mit welcher der Point and Click Prozess beim eSport durchgeführt wird. Zuerst wird das Fadenkreuz als Zielbereich auf die Kollisionsbox gebracht. Im Spiel könnte man sagen, man richtet die Mündung auf das Ziel. Hierbei findet eine Verkettung an Prozessen, sowie ein Bewegungsablauf statt. Dieser besteht aus erkennen, analysieren und anvisieren. Erkennen ist selbsterklärend. Das potentielle Ziel wird wahrgenommen. Die Entscheidung wird getroffen, dieses Ziel anzuvisieren. Danach analysiert man die Situation. Gibt es weitere Ziele. Sind diese potentiell gefährlicher, näher oder auf dem Weg, ein für den Spielverlauf essentielles Item für sich zu beanspruchen? Je nach Entscheidung wird das als am gefährlichsten eingestufte Ziel schließlich anvisiert. Der Bewegungsablauf beginnt und endet im Idealfall mit einem punktuell gesetzten Mausklick, welcher das Ziel ausschaltet.
Bei mehreren Zielen wiederholt sich die Analyse, da sich binnen weniger Sekunden die gesamte Spielsituation ändern kann.

 


 

2. Prädiktion
Eine Prädiktion bedeutet beim eSport in Etwa eine Vorhersage dessen, was gleich geschehen wird. Angelehnt an das Beispiel unter Präzision muss dieser Punkt in den Bereich Analyse einfließen. Man sieht voraus, dass der andere Spieler zwar in dieser Situation eine geringere Gefahr darstellt, aber sobald er sich die Panzerung und den Kraftverstärker gesichert hat, wird er eine kaum aufzuhaltende Gefahr darstellen, die das Spielergebnis maßgeblich beeinflussen kann. Daher muss der Spieler, der gerade das Feuer auf einen eröffnet, ignoriert werden und der Spieler, der sich gerade auf dem Weg zur Panzerung befindet, das primäre Ziel sein.  Idealerweise schaltet man den potentiell gefährlichen Spieler aus, opfert dafür sein Leben und erscheint in der Nähe der Panzerung. Somit kann man selbst zur kaum aufhaltenden Gefahr werden und das Spielergebnis zu seinen Gunsten beeinflussen, respektive einen Punktvorsprung erzielen, der wertvoller ist als dieses eine Leben.

 

3. Produktivität
Die Produktivität ist der Oberbegriff für jene Verhaltensweisen, die man sich im Spiel aneignet – und die man optimieren kann. Die Gesamtsumme der Fähigkeiten (Skills) eines Spielers ergeben dessen Möglichkeiten beim eSport. Die Art, wie der Spieler seine Möglichkeiten einsetzt, wirkt sich direkt auf dessen Effizienz im Spielgeschehen aus. Und die Effizienz des Spielers entscheidet über dessen Produktivität. Wichtig ist das für die Vorbereitung bei Turnieren.
Die wichtigste Lehre besteht darin, dass diese Faktoren keine direkten Einflüsse aufeinander haben.

 


 

Erlernt man beispielsweise einen besonders wirksamen Trickjump, der einen befähigt, in bestimmten Karten, Arealen, Spielemodi etc. sich einen Vorteil zu verschaffen und vor dem anderen Spieler beispielsweise die Panzerung zu erhalten, so bedeutet es nicht zwangsläufig eine Verbesserung der Produktivität, denn der Trickjump stellt eine Erweiterung der Fähigkeiten (Skills) dar und wirkt sich nur direkt auf die Möglichkeiten aus, über die der Spieler verfügt. Seine Effizienz im Spielgeschehen kann er aber nur steigern, wenn er diese Möglichkeiten, respektive seine Werkzeuge / Fähigkeiten (Skills) auch sinnvoll einsetzt. Durch sinnvolle Anwendung steigt die Effizienz, was erst dann Auswirkungen auf die Produktivität haben kann.

 

Auf diesen kurzen Überblick werden weitere Anleitungen folgen, sofern Interesse daran besteht.